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Die Hauptarbeitsschritte der technischen Kompostierung unterscheiden sich je nach angewandtem Verfahren (dynamische Systeme, quasi-statische Systeme der Rotte) nur geringfügig und durchlaufen nachfolgende Ablaufprozesse:

1. Annahme, Wiegung, Registrierung und Zwischenspeicherung
Bioabfälle und Grünschnitt werden bei der Annahme im Kompostwerk gewogen und in einem Betriebstagebuch nach Menge, Art und Herkunft dokumentiert. Die Kompostrohstoffe werden einer Sichtkontrolle unterzogen. Sind Stoffe ungeeignet, z. B. bei hohen Gehalten an Störstoffen, werden sie zurückgewiesen. Im Annahmebunker wird das angelieferte Kompostgut zwischengelagert.

2. Aufbereitung der Kompostrohstoffe
Durch Aufbereitung (mittels Zerkleinerungs- und Siebaggregate) der Kompostrohstoffe (z.B. Grünschnitt) werden auch Fremdstoffe wie Plastik und Metall der Masse (aus Biotonnen) entzogen. Diese Vorbehandlung dient der Verbesserung des späteren Kompostierungsprozesses.

3. Vor-, Haupt-, Intensivrotte – Rotteboxen
Die erste Phase der Kompostierung wird als Vorrotte, Hauptrotte oder Intensivrotte bezeichnet. Die Kompostierung erfolgt in sogenannten Rotteboxen über einen Zeitraum von 4-6 Wochen. Diese Rotteboxen sind geschlossen und mittels aktiver Steuerung der Belüftung (Druckluft) und Befeuchtung (Beregnungsanlage) läuft der Kompostierungsprozess kontrolliert ab. Bei Temperaturen von über 60°C werden Keime und Unkrautsamen abgetötet. Damit ist der Kompost seuchenhygienisch unbedenklich und erfüllt die Qualitätsanforderungen der „Bundesgütegemeinschaft Kompost“ für Fertigkompost.

4. Nachrotte – Frischkompost zu Fertigkompost
Nach der Intensivrotte wird der Frischkompost in offenen Mieten der Nachrotte unterzogen. Mit Radladern wird der Frischkompost zu (Dreiecks)Mieten von 3m- 5m Breite und 1,80m-3m Höhe aufgesetzt.
Während der mehrwöchigen Phase der Kompostierung werden die Mieten in regelmäßigen Abständen maschinell gewendet . Die Organik wird belüftet, es erfolgt ein Temperaturausgleich im Kompost und der biologische Rottevorgang nimmt dabei langsam ab. Im biologischen Kreislauf ist aus organischen Garten-, Haus- und Küchenabfällen nun Humuserde entstanden. Die Nachrotte dient der biologischen Stabilisierung des Kompostgutes. In dieser Reifephase entsteht aus Frisch(Roh)kompost der gewünschte Fertigkompost.

5. Konfektionierung – Endprodukte und Erdenmischung
Bei der Konfektionierung, auch Feinaufbereitung genannt, wird das Endprodukt durch Siebung hergestellt. Je nach beabsichtigter Körnung des Fertigproduktes werden feinkörnige Siebe (bis zwölf Millimeter Lochdurchmesser), mittelkörnige Siebe (bis 25 mm) oder grobkörnige Siebe (bis 40 mm) verwendet. Das im Siebüberlauf ausgesonderte Strukturmaterial wird der Kompostierung wieder zugeführt. Abschließend können zur Reduzierung von potentiell noch immer vorhandenen Verunreinigungen mit Leichtstoffen Windsichter und FE-Abscheider für Eisenmetalle oder Wirbelstromabscheider für Nichteisenmetalle eingesetzt werden. Durch Beimischung von Mutterboden stehen der Landwirtschaft, dem Landschafts- und Gartenbau, aber auch dem privaten Hausgarten verschiedene Kompost-Erde-Mischungen für unterschiedliche Einsatzwecke zur Verfügung.